" Ein bleicher Freund, immer fremd, immer nah...."

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Pressestimmen

Tiefe Einblicke in das Leben auf dem Mond 

Von Bettina Trouwborst

Uraufführung von „Lonely Rabbit“: Die koreanische Choreografin Eun-Sik Park setzt kindlich-poetische Akzente.

Krefeld. Bleich steht der Mond am sternenklaren Firmament. Das 3-D-Video wird herangezoomt, bis er so nah ist, dass man meint, seine karge Oberfläche betreten zu können. Deshalb erscheinen die fünf Tänzer der koreanischen Choreografin Eun-Sik Park wie Mondbewohner auf einem fernen Dorfplatz.

Dort hat das Ensemble seine kleinen Zelte und Papphäuschen aufgestellt. In der neuen Produktion „Lonely Rabbit (on a crowded Moon)“, die beim zeitgenössischen Tanzfestival „Move!“ in der Fabrik Heeder Uraufführung feierte, sucht man den titelgebenden Hasen jedoch lange vergebens.

Die Nachwuchschoreografin hat wieder ihr ganz eigenes, verspieltes Ding gemacht. Die Häuschen wandern umher, Tänzer stecken ihre Köpfe zum Fenster heraus oder krabbeln vor die Tür. Eun-Sik Parks Beschreibung vom Leben auf dem Mond ist bezaubernd. 

Skurrile Gestalten bewegen sich mitunter wie Comicfiguren. Misstrauisch beäugen sie jeden Fremden.

Auch auf dem Erdtrabanten gibt es Feindseligkeiten Der Erdtrabant dient als Projektionsfläche: Jeder Bewohner hat seinen eigenen Kulturraum, ausgedrückt durch verschiedene Bewegungsqualitäten. Auch auf dem Mond tragen die Menschen Feindseligkeiten aus, schließen Freundschaften oder finden als Liebespaar zueinander. Zu einer stimmungsvollen Musikcollage tanzt jeder sein Solo. Im Gedächtnis aber bleibt vor allem eine hinreißende Ensembleszene mit federleichten Sprüngen und weichen Armschwüngen.

Es ist ein ruhiges Stück, das durch eingeblendete Animationen einen weiteren kindlichpoetischen Akzent bekommt. Drei kleine Geschichten erzählen, wie ein Mann, eine Frau und (endlich!) ein Hase ihren Weg zu dem bleichen Gesellen finden: Bei Eun-Sik Park kommt ein Toter nämlich nicht in den Himmel, sondern auf den Mond. Das Langohr ist bereit, sein Leben für den hinduistischen Gott Sakkraia zu opfern und springt in ein Feuer. Gerührt schließt dieser das Tier in seine Arme und zeichnet dessen Abbild auf den Mond, damit jedes Lebewesen es überall auf der Welt sehen kann. Wenn am Ende alle Tänzer auf die leuchtete Erdkugel schauen, schließt sich der Kreis der Gestirne. Reichlich Applaus für einen neuerlichen Talentbeweis.

(Westdeutsche Zeitung)